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Klezmers Techter

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Vielen Dank für ihren Besuch,
hier ein kleiner Text aus der Presse zu unserer Veranstaltung vom Freitag, 3. Juni 2016:

 

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Ganz links im Bild die „Adoptivtocher“

St. Goarshausen. Wahrlich, die „Galerie Stadtmühle“ steht unter einem guten Stern. Erfolgreich waren bisher alle Veranstaltungen, die sich leider nur in der wärmeren Jahreszeit in den alten Gemäuern durchführen lassen, und auch beim jüngsten Konzert verdienten „Klezmers Techter“ den einfach nicht enden wollenden Beifall.

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Almut Schwab brillierte auch mit ihrem Cimbalom

Zuvor hatte man sich in Evelyn Sattlers riesigem Atelier umgesehen und viele neue Gemälde bewundert, war von Familie Sattler mit Snacks und gepflegten Weinen verwöhnt worden. Die Begrüßung übernahm Professor Bert Sattler, und dann war Nina Hacker mit ihrem Kontrabass an der Reihe. Doch lange ließ der „Rest“ des bekannten Mainzer Trios sie nicht mit ihrem gelungenen Solo allein. Die quirlige Almut Schwab erwies sich rasch als Multi-Instrumentalistin, die mit ihrem Akkordeon ebenso virtuos umzugehen wusste wie mit der Flöte und dem eigens für sie gebauten Cimbalom oder „Hackbrettl“. Sie war es auch, die „Adoptivtochter“ Svea Siloff aus Dortmund vorstellte in Vertretung der erkrankten Klarinettistin Gabriela Kaufmann. Die eroberte bereits nach wenigen Takten die Herzen des Publikums und passte schon nach kurzer Probe perfekt in dieses Trio. Fasziniert konnte man beobachten, wie gut sich die drei Vollblutkünstlerinnen verstanden. Eine Grundvoraussetzung fürs Gelingen, weil die Klezmermusik kaum Noten kennt und ganz wesentlich aus der Improvisation heraus lebt. Die verschiedenen Instrumente schienen sich miteinander zu unterhalten, und selbst die aus der Zigeunermusik bekannten Kunstpausen klappten vorzüglich. Es gab Passagen in „pianissimo“, denen freejazzähnliche Ausbrüche folgten.

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Das Trio bot ein tolles Zusammenspiel auf höchstem Niveau

Klezmermusik kennt keine Texte. Die Musiker lernten ihr „Handwerk“ vom Vater und verdienten ihren Lebensunterhalt bei den verschiedensten Gelegenheiten, also Familienfesten, Hochzeiten, aber auch traurigen Anlässen. Wie vielseitig diese jiddische Musik sein kann, demonstrierten die „Techter“ überzeugend. Da gab es die traurige Melodie von dem armen Waisenjungen, der vergeblich Zigaretten zu verkaufen versucht. Doch gleich darauf jubelten die so verschiedenen Instrumente bei den folgenden „freylekhs“ wieder überschwänglich, beschwingt und fröhlich. Deutlich getragener ging es zu beim Tanz der Schwiegermütter, aber prompt folgte „e freeliches Stickele“. Selbst die Kolleginnen schienen überrascht, welche Tonfolgen die „Adoptivtochter“ ihrer Klarinette zu entlocken verstand.

Nach der Pause folgte eine musikalische Erinnerung an einen Sabbat an der Klagemauer. Bekanntlich hat das Trio in Jerusalem schon sehr erfolgreich gastiert. Nun wechselten originale Melodien mit adäquaten Eigenkompositionen. In einer herrlichen Melodie für Marie dominierte Svea Siloff mit ihrer Klarinette. Sehr ernst wurde es bei einer unendlich traurigen Weise aus dem Holokaust, doch gleich darauf bezauberte wieder ein beschwingtes „Stickele“. Einen Abstecher in die Musik der spanisch sprechenden Juden brachte ein Liebeslied, das mit einer „schrägen“ Tonmalerei startete, in der man deutlich die Nachtigall heraushörte. Vorwiegend beschwingt und fröhlich ging es weiter, bis beim vermeintlich letzten Stück die Klarinette noch einmal voll zu ihrem Recht kam.

Der Schlussapplaus wollte einfach kein Ende nehmen, und Almut Schwab staunte: „Eieiei, habt ihr denn kein Zuhause?“ Nach einer mitreißenden „Zugabe“ in c-moll erklang ein eher beschauliches Wiegenlied „Macht zu die Äugele!“ – Gerne verweilten anschließend noch einige Zuhörer bei einem gemütlichen Ausklang des unvergesslichen Abends mit den Künstlerinnen und den Gastgebern.

Winfried Ott

BUZ: Ganz links im Bild die „Adoptivtocher“

BUZ: Das Trio bot ein tolles Zusammenspiel auf höchstem Niveau

BUZ: Almut Schwab brillierte auch mit ihrem Cimbalom

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Freitag, 3. Juni 2016 um 20 Uhr
„Eine interessante Traumformation mit Suchtcharakter für alle,
die sie schon mal gehört und gesehen haben“- 
(Pressekritik)
Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik –
faszinierend und facettenreich spannen KLEZMERS TECHTER einen Bogen
von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmutiger Sehnsucht.
Die drei Musikerinnen traten auf Einladung von Giora Feidman mehrfach in Israel auf,
mit überwältigendem Erfolg.
Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben trotz aller Hindernisse zu lieben und zu feiern.
In Ihrem neuen Programm MAYIM vereinen sich künstlerische Power, temperamentvolle Spiel-
und Experimentierfreude mit musikalischer Tiefe und Innigkeit.
Einmalig und unverwechselbar: KLEZMERS-TECHTER-Stil!
​Almut Schwab, (Akkordeon, Flöte, Hackbrett),
Gabriela Kaufmann (Klarinette, Bassklarinette, Tenorsaxofon), Nina Hacker (Kontrabass)
Einlass ab 18.30 Uhr – Eintritt 16 Euro
Kartenreservierung: Evelyn Sattler – Tel. 06771-95010
Mail: galerie_stadtmuehle@gmx.de
Genießen Sie ein paar unterhaltsame Stunden in reizvollem Ambiente.
Erkunden Sie die Stadtmühle, die Galerie und das Atelier der Künsterin Evelyn Sattler.
Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Wir reichen kleine Speisen und Getränke.
Wir würden uns sehr freuen Sie in der Galerie Stadtmühle begrüßen zu können.